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Der neue Billig-TGV

Frankreichs Bahn setzt auf TGV-Sparversion

Mit dem Billig-Schnellzug raus aus der Krise

Gleiche Geschwindigkeit, kaum Kompromisse beim Komfort und 30 Prozent günstiger als normale TGV: Mit einem neuen Billig-Schnellzug will die französische Staatsbahn neue Kunden locken - und sich selbst aus der Krise retten. Vor allem Gäste preiswerter Fluglinien sollen auf den neuen Zug umsteigen.

Von Anne Christine Heckmann, ARD-Hörfunkstudio Paris

Ab April rasen die türkisblauen TGV-Wagons durch Frankreich. Zunächst von Paris Richtung Süden, über Lyon nach Marseille oder Montpellier. Die gleiche Fahrzeit wie bei der klassischen Hochgeschwindigkeits-Verbindung - aber wesentlich günstiger für die Fahrgäste, so das Versprechen von Guillaume Pépy, dem Chef der Staatsbahn SNCF. "Das ist das billigste Hochgeschwindigkeits-Angebot der Welt", schwärmt Pépy. "Sogar China hängen wir ab. Dort kostet eine vergleichbare Strecke 15 Euro. Unser Einstiegspreis liegt bei 10 Euro."

Konkurrenz für Billig-Airlines

In diesem Jahr sollen 400.000 Tickets zum besagten Einstiegspreis auf den Markt geworfen werden. Bei starker Nachfrage können die Preise für das sogenannte Ouigo-Angebot bis maximal 85 Euro steigen. Das ist im Vergleich zum normalen, kurzfristig gebuchten TGV-Ticket für die gleiche Strecke immer noch günstiger.

Schnell und günstig: SNCF setzt auf Billig-TGV
A. C. Heckmann, ARD Paris
20.02.2013 14:29 Uhr

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Weniger Stauraum - stattdessen mehr Sitze

Mit dem Billig-Schnellzug will die französische Bahn raus aus der Krise. Kunden der Billig-Airlines sollen auf den Zug umsteigen. "Unser Ziel ist es, den TGV für alle zugänglich zu machen", sagt Bahnchef Pépy. "Wir bieten jetzt Hochgeschwindigkeit, Sicherheit und Komfort wie bei normalen TGV-Zügen - aber mit Preisen, die um 30 Prozent günstiger sind."

Der neue Billig-TGV "Quigo" in einem Bahnhof bei Paris.
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Nur ein Gepäckstück dürfen die Fahrgäste kostenlos mitführen, weitere Koffer kosten extra.

Dafür hat die TGV-Sparversion keine erste Klasse, keine Bord-Bar, weniger Stauraum für Gepäck - stattdessen mehr Sitze. Im Doppelstock-TGV können 200 Fahrgäste mehr transportiert werden. Doch die müssen sich beim Gepäck einschränken, erklärt Barbara Dalibard, Leiterin der SNCF-Reisesparte. "Pro Ticket ist ein Gepäckstück erlaubt, in der Größe eines Handgepäcks wie man es aus dem Flieger kennt", erklärt Dalibard. Für Familien ab drei Kindern sei ein weiteres Gepäckstück im Preis enthalten. Für jedes zusätzliche Gepäckstück würden bei der Buchung fünf Euro verlangt.

Nicht alle Innenstädte werden angesteuert

Wie beim Discountflieger auch werden nicht immer die Hauptziele angesteuert. Der Ouigo-TGV fährt am Bahnhof Marne-la-Vallée ab, 40 Kilometer von der Pariser Innenstadt entfernt. Die Staatsbahn will damit die Franzosen ansprechen, die außerhalb von Paris leben und sonst eher mit dem Auto fahren. Auch in Lyon halten die Züge nicht in der Stadt, sondern außerhalb am Flughafen-Bahnhof.

Rund zehn Millionen Euro investiert die französische Bahn in das neue Billig-Angebot. Im Jahr 2017 soll der Spar-TGV rentabel werden. Auf einen Image-Gewinn hofft die SNCF allerdings früher.

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"Italo" soll eine Revolution auf Italiens Schienen bringen. Der neue Hochgeschwindigkeitszug verbindet vom 28. April 2012 an zunächst mehrere Metropolen des Landes. Er kann bis zu 360 Kilometer pro Stunde schnell fahren. Zahlreiche Extras wie kostesloses Wifi, Nachrichten, Filme in Erstaufführung, dazu ein "Eataly"-Essen in bester mediterraner Tradition sowie bequemste Sessel sollen den Passagieren luxuriösen Komfort bieten. (Foto: dpa)

Dieser Beitrag lief am 20. Februar 2013 um 12:30 Uhr auf hr Info.

Stand: 20.02.2013 15:09 Uhr

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