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Tarifeinigung für Zeitarbeitsbranche

Metaller zahlen Leiharbeitern Zuschläge

Demonstration für faire Leiharbeit in der Metallindustrie
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Faire Bedingungen für Leiharbeiter waren ein wichtiges Ziel der Tarifrunde.

Etwa 240.000 Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie bekommen künftig mehr Geld. Die IG Metall einigte sich mit dem Bundesverband der Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) auf einen Tarifvertrag mit festen Branchenzuschlägen. Sie sollen den Abstand zwischen den Einkommen des Stammpersonals in den Betrieben und den Verdiensten der Leiharbeiter deutlich reduzieren. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sprach von einem Modell, das auf andere Branchen übertragen werden solle, in denen Leiharbeit üblich sei.

Zuschläge bis zu 50 Prozent

Die Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern sieht vor, dass die Leiharbeiter je nach Dauer ihres Einsatzes in einem Unternehmen Zuschläge auf ihr normales Gehalt bekommen, das sich nach dem Tarifvertrag für die Zeitarbeitsbranche errechnet. Nach sechs Wochen in einem Betrieb soll diese Grundbezahlung um 15 Prozent steigen, nach drei Monaten um 20 Prozent und nach fünf Monaten um 30 Prozent. Nach sieben Monaten Arbeit in dem entleihenden Unternehmen soll der Branchenzuschlag bei 45 Prozent liegen und nach neun Monaten bei 50 Prozent.

Der maximale Zuschlag summiert sich je nach Tarifgruppe auf 621 bis 1380 Euro im Monat. Ein Facharbeiter kann durch den gestaffelten Zuschlag laut IG Metall mit einer Anhebung seines Einkommens um zunächst 246 bis höchstens 819 Euro rechnen. Trotz der Neuregelung wird die Lücke zwischen der Bezahlung der Leiharbeiter und den Löhnen der Stammbelegschaft auch beim Höchtssatz des Branchenzuschlags nicht ganz geschlossen. Die Regelungen sollen zum 1. November in Kraft treten.

IG Metall sieht Erfolg im Kampf gegen Lohndumping

Das Ergebnis sei ein wichtiger Schritt hin zur fairen Bezahlung von Leiharbeitnehmern, sagte die Verhandlungsführerin der IG Metall, Helga Schwitzer. Damit sei ein wesentliches Ziel zur Verbesserung der Bedingungen von Leiharbeitnehmern in der Metall- und Elektroindustrie erreicht worden. "Das Dumpingmodell kann nicht mehr zum Einsatz kommen", sagte Schwitzer. Mit den Branchenzuschlägen werde die Leiharbeit auf ihre ursprüngliche Funktion zurückgeführt und bleibe der Industrie als flexibles Instrument erhalten.

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt begrüßte den Abschluss. "Ich gehe davon aus, dass es ähnliche Vereinbarungen jetzt auch für andere Branchen geben kann", sagte er. Mit dem Abschluss verteure sich Zeitarbeit zwar erheblich. "Dennoch bin ich überzeugt, dass die Zeitarbeit für die Betriebe und den Arbeitsmarkt weiterhin erhebliche Bedeutung haben wird", fügte er hinzu.

Bundesregierung sieht Vorbildfunktion für andere Branchen

Positiv wertete auch die Bundesregierung die Vereinbarung. "Dieses gute Beispiel muss jetzt Schule machen und auf alle Branchen, die Zeitarbeit nutzen, übertragen werden", sagte Arbeitsministerin von der Leyen. Es sei eine Frage der Gerechtigkeit, dass Zeitarbeiter nach einer Einarbeitungszeit ebenso bezahlt würden wie ihre Kollegen in der Stammbelegschaft.

Die Einigung zur Leiharbeit hängt eng mit dem am Samstag in Baden-Württemberg abgeschlossenen Pilottarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie zusammen, der den Betriebsräten einige Kontrollrechte beim Einsatz von Leiharbeitern einräumt. Nach zwei Jahren ununterbrochener Tätigkeit muss ihnen ein Stammarbeitsplatz angeboten werden. Regulierung im Entleihbetrieb und Branchenzuschläge seien zwei Seiten der selben Medaille, sagte Schwitzer. Der Pilotabschluss in Baden-Württemberg, der auch eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 4,3 Prozent vorsieht, wurde im Laufe des Tages von mehreren weiteren Tarifbezirken übernommen.

Stand: 22.05.2012 17:03 Uhr

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