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Es sollte die größte Börse der Welt werden: Die Fusion der Deutschen Börse in Frankfurt mit der New Yorker Börse NYSE Euronext. Doch die EU-Kommission hat die transatlantische Mega-Börse gestoppt. Wettbewerbskommissar Almunia sah mit dem Zusammenschluss einen Quasi-Monopolisten entstehen.
Von Andreas Reuter, HR-Hörfunkstudio Brüssel
Für Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia gab es keinen Zweifel: Diese Fusion hätte einen gesunden Wettbewerbsprozess ausgeschaltet, sagte Almunia. Und zwar den Wettbewerb zwischen genau jenen Börsen, die sich zusammenschließen wollten. Die Börsen in Frankfurt und New York seien harte Konkurrenten auf dem Markt des Börsenhandels mit Derivaten, die auf europäischen Werten basierten.
Derivate sind abgeleitete Finanzprodukte - oder auch Wetten auf die Kursentwicklung von Aktien, Indizes, Zinsen oder Währungen. Nach einer Fusion hätten beide über 90 Prozent dieses Marktes kontrolliert, sagte Almunia. "Wenn die Fusion erlaubt worden wäre, hätte das zu einem Quasi-Monopol geführt, mit negativen Folgen für den Markt", so der Wettbewerbskommissar.
Derivate würden ja nicht nur an Börsen gehandelt, hatten die Börsen im Vorfeld argumentiert. Es gebe ja auch einen großen Markt des außerbörslichen Handels mit Derivaten, der Marktanteil der beiden Börsen sei also in Wirklichkeit gar nicht so groß, wie die EU-Kommission behaupte.
[Bildunterschrift: "Am Ende hatten wir keine Wahl": Für Wettbewerbskommissar war das Veto alternativlos. ]
Joaquin Almunia aber ließ das nicht gelten. Das seien zwei getrennte Märkte: "An der Börse gehandelte Derivate sind sehr liquide und vollständig standardisierte Produkte, die in vergleichsweise kleinen Größen gehandelt werden, etwa 100.000 Euro pro Handel", erklärte Almunia. Die außerbörslich gehandelten Derivate beträfen dagegen typischerweise viel größere Transaktionen, und sind normalerweise speziell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten.
Auch dass die beiden Börsenpartner am Ende angeboten hatten, sich von einzelnen Segmenten ihres Derivatehandels zu trennen, brachte Almunia von seinen Zweifeln nicht ab. Was die beiden Börsen da vorgeschlagen hätten, habe bei weitem nicht ausgereicht. "Unglücklicherweise haben die Partner nur Ausgleichsmaßnahmen von sehr begrenztem Umfang angeboten", monierte Almunia. Am Ende habe man darum keine andere Wahl gehabt, als die Fusion zu verbieten.
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