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Filmtrophäen in Beverly Hills verliehen
Golden Globes für Waltz und Haneke
Für zwei deutschsprachige Filmgrößen ist die diesjährige Verleihung der Golden Globes in Beverly Hills ein voller Erfolg gewesen: Der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz gewann für seine Rolle in Quentin Tarantinos Western "Django Unchained" den Golden Globe für den Besten Nebendarsteller. In dem Film spielt Waltz einen Kopfgeldjäger. "Quentin, du weißt, dass meine Schuld dir gegenüber und meine Dankbarkeit nicht in Worte zu fassen sind", sagte Waltz bei der Gala im Beverly Hilton Hotel.
Waltz war bereits 2010 mit einem Golden Globe als bester Nebendarsteller ausgezeichnet worden, damals für seine Rolle in Tarantinos Film "Inglourious Basterds".
In der Kategorie Bester Nebendarsteller waren unter anderem ebenfalls nominiert: Alan Arkin ("Argo"), Leonardo DiCaprio ("Django Unchained"), Philip Seymour Hoffman ("The Master") und Tommy Lee Jones ("Lincoln").
Haneke gewinnt Auslands-Globe
Der Deutsch-Österreicher Michael Haneke gewann mit seinem Altersdrama "Liebe" - eine ARD-Koproduktion - den Golden Globe in der Sparte Fremdsprachiger Film. Der in München geborene Regisseur trat für Österreich an. 2010 hatte er mit "Das weiße Band" die Weltkugel für den besten ausländischen Film nach Deutschland geholt.
Bei der Preisverleihung scherzte der 70-jährige Haneke: "Ich habe nie gesehen, dass ein Golden Globe von einem Österreicher an einen Österreicher vergeben worden ist". Der in Österreich geborene frühere Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, überreichte ihm die Trophäe.
Mit "Liebe" räumte Haneke in Cannes bereits die Goldene Palme und beim Europäischen Filmpreis auf Malta gleich vier Preise ab. Der Film hat auch fünf Oscar-Chancen. "Liebe" wurde in der vergangenen Woche unter anderem in den Hauptkategorien Bester Film und Beste Regie für den Oscar nominiert.
Ebenfalls nominiert in der Kategorie Fremdsprachiger Film waren: "Die Königin und der Leibarzt", "Ziemlich beste Freunde", "Kon-Tiki" und "Der Geschmack von Rost und Knochen".
Hauptpreis für Afflecks "Argo"
Überraschend gewann US-Regisseur und Schauspieler Ben Affleck mit seinem Politthriller "Argo" den Hauptpreis für das beste Filmdrama, für das er ebenfalls als bester Regisseur geehrt wurde. "Argo" konkurrierte mit den Filmen "Lincoln", "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger", "Django Unchained" und "Zero Dark Thirty" um die begehrte Trophäe.
"Mir ist egal, was für ein Preis es ist", sagte Affleck in seiner kurzen Dankesrede. Wenn dein Name in einem Atemzug mit denen genannt werde, die zuvor vorgelesen worden seien, dann sei das ein ganz außergewöhnliches Ereignis im Leben, erklärte er.
Golden Globe: Afflecks Politthriller "Argo" gewinnt Hauptpreis
J. Tussing, ARD Los Angeles
14.01.2013 08:19 Uhr
Bill Clinton - der Überraschungsgast
Eine weitere Überraschung war der Auftritt von Ex-US-Präsident Bill Clinton, der bei seiner kurzen Präsentation von Spielbergs Historiendrama "Lincoln" stehende Ovationen bekam. Der Film über den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln war insgesamt siebenmal nominiert, unter anderem in den wichtigen Kategorien bestes Drama, bester Schauspieler und bester Regisseur.
Am Ende ging Spielbergs Film jedoch fast leer aus und erhielt lediglich einen Preis in der Kategorie bester Drama-Schauspieler für Daniel Day-Lewis.
Drei Globes für "Les Misérables"
Anders als bei den Oscars gibt es bei den Globes auch einen Top-Preis in der Sparte Musical/Komödie. Diesen bekam "Les Misérables" von Tom Hooper. Neben der Auszeichnung in der Kategorie bestes Musical oder beste Komödie wurde Hugh Jackman als bester Schauspieler für seine Rolle in dem Musical-Film ausgezeichnet. Anne Hathaway wurde zur besten Nebendarstellerin gekürt.
Zudem wurden unter anderem Quentin Tarantino mit "Django Unchained" für das Beste Drehbuch und die britische Sängerin Adele mit ihrem Titelsong zum James-Bond-Film "Skyfall" für den Besten Filmsong ausgezeichnet.
Jodie Fosters lange Rede
Vorab stand bereits die Auszeichnung für die US-Schauspielerin Jodie Foster fest. Die 50-Jährige erhielt den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk und ihre Verdienste um die Filmkunst. Mit einer langen Dankesrede sorgte sie für Aufsehen. Dabei sprach sie vor den geladenen Gästen im Beverly Hilton Hotel und einem Millionenpublikum vor den Fernsehern offen über ihre Homosexualität.
Foster dankte dabei auch ihrer langjährigen Ex-Lebensgefährtin für deren Unterstützung. "Das hier ist keine Coming-out-Rede, denn mein Coming-out hatte ich schon vor etwa 1000 Jahren, damals im Steinzeitalter", sagte Foster. Sie habe gelernt, ihr Privatleben lange geheim zu halten. "Wenn ihr für ein Leben hättet kämpfen müssen, das sich real und ehrlich und trotz aller Hindernisse normal anfühlt, dann würdet ihr die Privatsphäre vielleicht ebenfalls als das Wichtigste bewerten."
Fosters Offenheit löste beim Kurznachrichtendienst Twitter innerhalb kürzester Zeit eine Flut von Kommentaren aus. Viele Nutzer sprachen dem Hollywoodstar ihre Anerkennung aus.
70. Verleihung
Die Preise vom Verband der Auslandspresse (HFPA) wurden zum 70. Mal verliehen. Erstmals moderierten die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler die Gala im kalifornischen Beverly Hills. Das kecke Frauenduo löste den Briten Ricky Gervais nach drei Auftritten ab.
Stand: 14.01.2013 09:43 Uhr
