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03.09.2010

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Inland
Schneeverwehung auf der B76 zwischen Kiel und Eckernförde (Foto: dpa)
Tief "Daisy": Auto- und Bahnfahrer gefangen
Schneesturm in Mecklenburg-Vorpommern

Auto- und Bahnfahrer in Schneewehen gefangen

Mit heftigem Schneefall und teilweise orkanartigen Böen hat Tief "Daisy" auch in der Nacht vor allem in Norddeutschland für Behinderungen auf Straßen und Schienen gesorgt.

Besonders stark betroffen war Mecklenburg-Vorpommern. Dort gerieten auf der Autobahn 20 bei Süderholz nahe Greifswald mehrere Lastwagen ins Schleudern und blockierten die Fahrbahn. Es kam zu einem acht Kilometer langen Stau. Rund 170 Autofahrer mussten mehrere Stunden bei eisigen Temperaturen in ihren Wagen verbringen, teilte die Polizei mit. Etwa 50 Pkw, 20 Lastwagen sowie ein Reisebus steckten seit etwa 20.00 Uhr fest. 167 Insassen wurden überwiegend von Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks (THW) nach Jarmen gebracht, wo sie im örtlichen Feuerwehrheim über Nacht versorgt wurden. Die Lkw-Fahrer blieben offenbar teilweise bei ihren Fahrzeugen. Die Polizei bemühte sich am Sonntagvormittag, die Fahrbahn freizubekommen, und die Blockade nach und nach aufzulösen. Die Autobahn sei aber zunächst weiterhin voll gesperrt. Selbst Räumfahrzeuge kämen nicht mehr voran, so dass nun Bagger im Einsatz seien.

Polizei warnt vor Autofahrten

Steckengebliebener Lkw auf der B96 - der Autobahnanbindung nach Rügen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Steckengebliebener Lkw auf der B96 - der Autobahnanbindung nach Rügen ]
Die Polizei sprach die dringende Warnung aus, bis zur Entspannung der Wetterlage auf Autofahrten zu verzichten. In mehreren Landkreisen seien die Bürgermeister angewiesen worden, ihre Gemeinden abzuriegeln und die Einwohner daran zu hindern, auf die Autobahn zu fahren, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion in Rostock.

Zug festgefahren

Auf der Bahnstrecke zwischen Stralsund-Pasewalk-Berlin fuhr sich bei Ducherow nahe Anklam ein Zug in einer Schneewehe fest. Die Hilfskräfte mussten über stark verschneite Feldwege zu den eingeschlossenen Menschen im Zug kommen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG. Alle Passagier hätten den Zug mittlerweile verlassen. Die Strecke bleibe gesperrt. Insgesamt waren acht Bahnstrecken in Mecklenburg-Vorpommern gesperrt. Die Deutsche Bahn war den Angaben zufolge mit allen verfügbaren Winterdienstkräften und schwerer Winterräumtechnik im Einsatz, um die Strecken wieder befahrbar zu machen.

Bäderbahn auf Usedom entgleist

Bereits in der Nacht war auf Usedom ein Zug der Bäderbahn entgleist, der in eine Schneewehe gefahren war. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand. Die Reisenden konnten auf Busse umsteigen.

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  • Tief "Daisy" sorgt in Norddeutschland für teilweise chaotische Verkehrsverhältnisse, tagesschau 20:00 Uhr [Svea Eckert, NDR]
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Auch der Fährbetrieb innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns und die Auslandslinien von Scandlines stellten vorerst ihre Fahrten Richtung Skandinavien ein.

Katastrophenalarm in Ostvorpommern

Im Kreis Ostvorpommern wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Grund dafür seien die extreme Witterungssituation und die zunehmend chaotischen Verkehrsbedingungen, teilte das Lagezentrum im Schweriner Innenministerium mit. Aus verschiedenen Landesteilen wurden im Laufe der Nacht örtliche Stromausfälle gemeldet. Über den genauen Umfang und betroffene Orte konnte das Landeslagezentrum zunächst keine Angaben machen.

Schneeverwehungen und Sturmflut im Osten Holsteins

Auch in Schleswig-Holstein wurden Bahnverbindungen gesperrt und waren stark beeinträchtigt. Zahlreiche Straßen in Ostholstein waren blockiert, an der Ostsee herrschte Sturmflut. Fast alle Nebenstraßen, wie Gemeinde- und Kreisstraßen seien unpassierbar, teilte die Lübecker Polizeidirektion mit. In Plön lag der Schnee bis zu 1,50 Meter hoch. Aufgrund der extremen Wetterlage ereigneten sich seit Samstag auf den Straßen des nördlichsten Bundeslands mehr als 200 Unfälle, teilte die Polizei mit.

Schneeschippen im Hamburger Hafen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Schneeschippen im Hamburger Hafen ]
In Neustadt, Heiligenhafen und an anderen Badeorten trat die Ostsee über die Ufer, die Deiche hielten dort am Morgen jedoch. Bei Dahmeshöved bestand die Gefahr eines Deichbruchs. "Hier helfen zahlreiche Menschen und versuchen, das Schlimmste zu verhindern", erklärte die Polizei. Bei Lübeck schnitten meterhohe Schneewehen den Ort Priwall von der Außenwelt ab. In der Lübecker Altstadt trat das Wasser über die Ufer.

"Auf der Insel Fehmarn geht fast nichts mehr", fügte die Polizei hinzu. Dort sei nur noch die Fernstraße zum Fährhafen Puttgarden befahrbar. Alle Ortschaften auf der Insel seien "mehr oder weniger sich selbst überlassen". Das gelte auch für "unzählige Dörfer in Ostholstein".

Für die Kieler und die Lübecker Bucht wurden Hochwasser-Warnungen ausgesprochen. An der Nordseeküste blieb die Lage dagegen ebenso wie in Hamburg vergleichsweise ruhig. Mehr zur Situation in Norddeutschland bei ndr.de.

Bilder:

Tief "Daisy" weht durch Deutschland
Bilderstrecke Tief "Daisy" weht durch Deutschland Schnee auf Straßen, Schienen und Startbahnen [mehr]

In Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei am Wochenende bislang 1132 witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Dabei seien zwei Menschen getötet, 16 schwer und 88 leicht verletzt worden, teilte die Landesleitstelle der Polizei in Neuss mit. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wird auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Mehr zur Lage in Nordrhein-Westfalen bei wdr.de.

Mehr als 90 Flüge in Frankfurt gestrichen

Auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt sind wegen starken Schneefalls bis zum Nachmittag 91 Flüge gestrichen worden. Bereits am Samstag hatten starke Schneefälle den Flugbetrieb behindert. Fast jeder vierte Flug wurde annulliert.

Quergestellte Lkw bringen Verkehr zum Erliegen

Bereits gestern war es den ganzen Tag über zu Unfällen und Verkehrsbehinderungen gekommen. Auf der A5 bei Friedberg in Hessen kam der Verkehr teilweise zum Erliegen. An Steigungen stellten sich Lastwagen und Autos quer. Auf der A9 bei Eisenberg war ein Laster umgekippt, im weiteren Verlauf blockierten liegengebliebene Wagen die Fahrbahnen. Mehr zur Situation in Hessen bei hr-online.de.

Unfälle auch im Süden

Auch im Süden Deutschlands hielt das Winterwetter an. Bei Karlsruhe wurden bei einem Serienunfall auf der A5 zwei Menschen verletzt. Gestern hatten ebenfalls auf der A5 an der deutsch-französischen Grenze bis zu 500 Autos im Stau gestanden, da die Grenze nach Frankreich für Lkw zeitweise geschlossen war. Mehr zur Situation auf den Straßen in Baden-Württemberg bei swr.de.

Service:

Mit einem Schal schützt sich bei Schneetreiben am Strand von in St. Peter-Ording gegen die Kälte. (Foto: dpa) Link Wettervorhersage bei tagesschau.de Wie geht der Winter in Deutschland un Europa weiter?

Bahn bittet für Verspätungen um Entschuldigung

Die Deutsche Bahn entschuldigte sich unterdessen für die zahlreichen Verspätungen und Zugausfälle wegen des Winterwetters. Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr bei der Deutschen Bahn, sagte der Zeitung "Bild am Sonntag": Die Fahrgäste erwarteten völlig zu Recht pünktliche Züge und guten Service. Mehr als hundert Bahnverbindungen sind in den letzten Wochen wegen Schnee und Kälte ausgefallen oder mussten umgeleitet werden. Gründe waren unter anderen vereiste Oberleitungen, eingefrorene Weichen, Störungen durch Schnee in ICE-Zügen.

Stand: 10.01.2010 12:50 Uhr
 

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