Seitenueberschrift
Streit um V-Mann
"Corelli" wird nun doch ein Fall für den NSU-Ausschuss
Der Streit zwischen dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags und dem Innenministerium über einen V-Mann aus dem Umfeld der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund ist beigelegt. Der NSU-Ausschuss setzte sich durch.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz wird dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundstags jetzt doch die Akten zum mutmaßlichen V-Mann Thomas R. (Deckname "Corelli") zur Verfügung stellen. Wie der Ausschussvorsitzende Sebastian Edathy dem ARD-Hauptstadtstudio sagte, können die Abgeordneten auch die früheren V-Mann-Führer von "Corelli" vernehmen, allerdings nur in nicht-öffentlicher Sitzung.
Diese Übereinkunft trafen die Obleute des Ausschusses mit dem Chef des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maassen, und dem Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Klaus-Dieter Fritsche. "Wir haben uns voll durchgesetzt", sagte Edathy.
Zunächst hatten sich der Verfassungsschutz und das Ministerium geweigert, den Beweisanträgen des Ausschusses zu folgen. Edathy hatte deshalb mit der Anrufung des Bundesverfassungsgerichtes gedroht.
"Corelli" hatte Ende der 90er-Jahre Verbindung zu Uwe Mundlos, einem der Mitglieder der NSU-Terrorzelle, sein Name stand auf einer Adressenliste, die die Polizei nach dem Abtauchen des Terrortrios gefunden hatte. Er soll damals V-Mann des Verfassungsschutzes gewesen sein.
NSU-Ausschuss bespricht Ermittlungsfehler in Thüringen
C. Grabenheinrich, ARD Berlin
21.02.2013 09:15 Uhr
Stand: 20.02.2013 21:14 Uhr
