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Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat im Interview mit den Tagesthemen von der katholischen Kirche eine lückenlose Aufklärung aller Missbrauchsverdachtsfälle an katholischen Einrichtungen gefordert. "Ich erwarte dass die Verantwortlichen der katholische Kirche mit den Strafverfolgungsbehörden endlich konstruktiv zusammenarbeiten," so die Ministerin.
"Kindesmissbrauch ist ein Offizialdelikt, dann muss es eben andere Richtlinien geben", ergänzte Leutheusser-Schnarrenberger im Hinblick auf Richtlinien der Kirche, die vorsehen, zuerst interne Voruntersuchungen einzuleiten. Zudem lud sie die Vertreter der katholische Kirche zu einem "Runden Tisch" mit unabhängigen Vertretern ein, um die Aufarbeitung "dieser fürchterlichen Fälle" zu ermöglichen.
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Zuvor hatte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Robert Zollitsch, bei den Opfern sexuellen Missbrauchs an katholischen Schulen entschuldigt und Konsequenzen angekündigt. Zum Auftakt der viertägigen Konferenz in Freiburg zeigte er sich "zutiefst erschüttert" und sagte, dass der Missbrauch im Raum der katholischen Kirche besonders schwer wiege, weil es ein besonderes Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in den Priester gebe.
[Bildunterschrift: Erzbischof Zollitsch fordert eine "lückenlose Aufklärung" bei jeglichem Missbrauchsverdacht durch katholische Geistliche. ]
Zollitsch kündigte an, dass die Bischöfe auf der Vollversammlung ihre acht Jahre alten Leitlinien zum Schutz von sexuellen Übergriffen auf den Prüfstand stellen werden. Diskutiert würden auch Fragen der Prävention. "Unsere künftigen Priester müssen menschlich und damit auch in sexueller Hinsicht über die Eignung und nötige Reife für ihr Amt verfügen", sagte Zollitsch. "Außerdem wollen wir uns darüber unterhalten, wie wir in dieser schwierigen Lage den katholischen Schulen zur Wahrung des Ansehens verhelfen können." Er gehe davon aus, dass die Bischofskonferenz zum Abschluss der Vollversammlung am Donnerstag eine Erklärung zum Thema Missbrauch abgeben werde.
Seit Ende Januar haben sich rund 120 ehemalige Schüler von Gymnasien des Jesuiten-Ordens und anderen katholischen Schulen gemeldet, die in den vergangenen Jahrzehnten missbraucht oder misshandelt worden sein sollen. Bis zu 50 Verdachtsfälle wurden aus dem Umfeld des Berliner Canisius-Kollegs gemeldet. Zwölf Menschen stehen unter Tatverdacht, darunter auch zwei Frauen.
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