Seitenueberschrift

Auszählung der Stimmzettel in Zypern

Präsidentschaftskandidaten gehen in Stichwahl

Die Zyprer müssen noch einmal abstimmen

Erst am kommenden Sonntag steht fest, wer neuer Präsident Zyperns wird. Die Wähler schickten den konservativen Kandidaten Anastasiades und den linken Politiker Malas in die Stichwahl. Wer auch immer gewinnt, muss anschließend hart mit der EU verhandeln - Zypern droht die Zahlungsunfähigkeit.

Von Thomas Bormann, ARD-Hörfunkstudio Istanbul, zurzeit Nikosia

Der Jubel bei den Anhängern der "Demokratischen Sammlung" - so heißt die größte konservative Partei auf der Mittelmeer-Insel Zypern - ist groß. Ihr Parteichef Nikos Anastasiades hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl überraschend deutlich mit mehr als 45 Prozent der Stimmen gewonnen.

Erste Prognosen am frühen Abend hatten sogar mehr als 50 Prozent vorausgesagt - vor Freude tanzten viele Anastasiades-Anhänger da schon auf den Straßen Nikosias. Nun hat er die 50 Prozent doch nicht überschritten und muss am kommenden Sonntag in die Stichwahl. Aber: Nikos Anastasiades ist siegesgewiss. Am kommenden Sonntag rechnet er mit einem "klaren Mandat", und dann werde er eine "Regierung der nationalen Rettung" bilden.

Anastasiades muss sich Stichwahl stellen
tagesschau 15:00 Uhr, 18.02.2013, Richard C. Schneider, ARD Tel Aviv zzt. Nikosia

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Anastasiades will möglichst viele Parteien im zyprischen Parlament auf seinen Kurs einschwören. Er will eng mit den Partnern in der EU zusammenarbeiten und so schnell wie möglich ein Rettungspaket für Zypern unter Dach und Fach bekommen. Zypern braucht 17,5 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm, sonst droht dem kleinen Land die Pleite.

Anastasiades will auch möglichst schnell die Vorwürfe der anderen Euro-Partnern widerlegen, auf Zypern werde Schwarzgeld von ausländischen Anlegern gewaschen. Sein Kontrahent bei der Stichwahl am kommenden Sonntag Stavros Malas geht nicht so deutlich auf Schmusekurs zur EU. Er lehnt vor allem die Forderung ab, Staatsbetriebe zu privatisieren.

Malas war von der Kommunistischen Partei ins Rennen geschickt worden, also der Partei von Dimitris Christofias, dem bisherigen zyprischen Präsidenten, in dessen Amtszeit Zypern in die Krise stürzte. Aber auch die Anhänger der Kommunistischen Partei Zyperns jubelten gestern Abend, als ihr Kandidat Stavros Malas ausrief: "Es lebe das progressive zyprische Volk! Wir müssen aber ab heute und bis kommenden Sonntag bedacht handeln - ohne Fanatismus. So können wir ein neues, historisches Kapitel für unser Zypern schreiben."

Nach der 1. Runde der Präsidentschaftswahl
T. Bormann, ARD Istanbul
18.02.2013 08:03 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Malas rechnet sich tatsächlich noch Chancen aus, die Stichwahl zu gewinnen. Er kam zwar nur auf 27 Prozent, aber er will alle Wähler dazugewinnen, die gestern den Mitte-Links-Politiker Lilikas gewählt hatten, der 25 Prozent erreichte und somit die Stichwahl verfehlte. Doch genau um diese Wähler wirbt nun auch der konservative Anastasiades.

Zypern steht also nun noch eine Woche harter Wahlkampf bevor. Unmittelbar danach muss der neue Präsident die Ärmel hochkrempeln und sein Land aus der Krise retten. Denn die Staatskasse ist leer. Wenn keine Hilfskredite von den anderen Euro-Ländern kommen, wäre Zypern Land in wenigen Wochen pleite.

Jörg Asmussen (EZB) zur Rolle Zyperns in der Eurozone
Bericht aus Berlin 18:30 Uhr, 17.02.2013

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Stand: 18.02.2013 05:24 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

9 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Darstellung: