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Papst Benedikt XVI. hat vor 300.000 Gläubigen in der kroatischen Hauptstadt Zagreb die zunehmende Säkularisierung in Europa beklagt. Diese führe zu einer Ausgrenzung Gottes aus dem Leben und zu einer zunehmenden Auflösung der Familie, sagte er bei einem Gottesdienst auf der Pferderennbahn.
Zuvor hatten ihm die Teilnehmer, die teilweise schon um drei Uhr früh aus dem benachbarten Ausland angereist waren, einen begeisterten Empfang bereitet. Am Vorabend hatte Benedikt XVI. mit rund 25.000 Jugendlichen auf dem zentralen Zagreber Jelacic-Platz gebetet.
"Als Ideal pflegt man den individuellen Wohlstand durch den Konsum materieller Güter sowie durch flüchtige Erlebnisse, wobei die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen und die tiefsten menschlichen Werte vernachlässigt werden", kritisierte das Kirchenoberhaupt. Die Liebe werde auf eine "gefühlsselige Gemütsbewegung" und auf die "Befriedigung instinktiver Triebe" reduziert. "Wir sind dazu berufen, dieser Mentalität entgegenzuwirken!", appellierte Benedikt XVI. an die Gottesdienstbesucher.
Beim ersten Besuch seines Vorgängers Johannes Paul II. waren 1994 noch rund eine Million Menschen zur Messe ins Hippodrom gekommen.
Der Papst war gestern nach Kroatien gereist. Bei seinen ersten Auftritten machte er sich für einen baldigen Beitritt des Landes zur Europäischen Union stark.
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