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[Bildunterschrift: Innenminister Schäuble ]
In der Debatte über die Mohammed-Karikaturen hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan für dessen "mäßigenden Einfluss" gedankt. Die Muslime in Deutschland hätten erfreulicherweise "maßvoller reagiert als anderswo". Dies sei vor allem auf die verantwortungsvolle Rolle zurückzuführen, die die Türken in dieser Auseinandersetzung eingenommen hätten, betonte Schäuble nach einem Treffen mit Vertretern von Erdogans Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) in Berlin.
Der Innenminister fügte hinzu, er habe bei seinem Treffen mit den AKP-Vertretern auch über migrations- und integrationspolitische Fragen gesprochen. Es sei "gemeinsames Ziel, die Integration der in Deutschland lebenden Türken zu verbessern und mögliche Ängste zu beseitigen". Hierfür sei "das Erlernen der deutschen Sprache von großer Bedeutung". Gerade in Deutschland lebende junge Zuwanderer sollten Deutsch lernen, "um ihre Chancen auf Bildung und Beruf zu erhöhen". Neben der Verbesserung der Integration standen den Angaben zufolge bei dem Gespräch vor allem die Themen Verhinderung von Zwangsehen, doppelte Staatsbürgerschaft und die Einbürgerung zur Diskussion.
Auch Politiker von Koalition und Opposition hoben die befriedende Rolle der Türkei hervor. Vertreter von SPD, CDU, Grünen und FDP wiesen in der "Leipziger Volkszeitung" darauf hin, dass eine Anbindung des islamisch geprägten Landes an die EU ein gutes Signal für das Zusammenleben von Muslimen und Christen sei. CSU- Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte dagegen, der Aufruhr in der islamischen Welt "zeigt, wie wenig berechenbar der islamische Bereich ist". Die EU-Perspektive für die Türkei müsse deshalb "gründlichst" geprüft werden.
[Bildunterschrift: Gemeinsam für mehr Respekt ]
Zuvor hatten die auflagenstärksten Zeitungen der Türkei und Deutschlands vor dem Hintergrund des hitzigen Streits um die Mohammed-Karikaturen Muslime und Christen zu gegenseitigem Respekt aufgerufen. In einem gemeinsamen Kommentar der Chefredakteure von "Hürriyet" und "Bild"- Zeitung, Ertugrul Özkök und Kai Diekmann, heißt es: "Wir rufen alle auf, Respekt vor den Gefühlen des jeweils anderen zu zeigen, Beleidigungen, Demütigungen oder Niedertracht zu vermeiden und ein wahrhaftiges Bündnis der Kulturen aufzubauen, das auf gegenseitigem Respekt basiert." Dazu bedürfe es "nur des guten Willens beider Seiten", schreiben die Chefredakteure.
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