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Halbzeitbilanz der Klimakonferenz in Doha

Ein Ergebnis wäre rein symbolisch

In Doha ist die erste Hälfte der Klimakonferenz zu Ende, nächste Woche geht es ans Eingemachte: Ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll soll vereinbart werden. Doch selbst wenn es eine Einigung geben sollte: Mehr als symbolischen Wert dürfte Kyoto II kaum haben.

Von Jakob Mayr, BR, zzt. Doha

Christiana Figueres bei einer Pressekonferenz in Doha
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"Am Schluss braucht man ein ausgewogenes Paket": Christiana Figueres in Doha

Der Klimagipfel ist bereit für den Endspurt., Die Unterhändler arbeiten das Wochenende hindurch an letzten technischen Fragen; ihre Minister müssen kommende Woche die politischen Probleme lösen: Zweite Runde fürs Kyoto-Protokoll, umfassende Vereinbarung für den künftigen Klimaschutz, mehr Geld für Entwicklungsländer. Alles hängt mit allem zusammen, erklärt die Chefin des UN-Klimabüros, Christiana Figueres. Das macht den Prozess so unübersichtlich: "Am Schluss braucht man ein ausgewogenes Paket, das niemanden glücklich macht, das aber alle Interessen abdeckt, wohl wissend, dass kein Resultat hier in Doha so weitreichend sein wird, wie wir das eigentlich bräuchten."

Denn sogar wenn alles gut läuft, wenn der Gipfel die zweite Verpflichtungsperiode im Rahmen des Kyoto-Protokolls beschließt - das wird nicht viel ausrichten im Kampf gegen den Klimawandel. Nur wenige Staaten wollen mitmachen: die EU, Australien, die Schweiz. Andere steigen aus: Russland, Japan, Kanada. Damit deckt Kyoto II nur noch ein Sechstel des weltweiten Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen ab.

Klimagipfel bereit für den Endspurt
J. Mayr, BR
01.12.2012 13:22 Uhr

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Kyoto-Vereinbarung wichtig für Entwicklungsländer

Trotzdem bleibt Kyoto für die meisten Gipfelteilnehmer enorm wichtig: Es ist die einzige rechtsverbindliche Vereinbarung im Klimaschutz - das hat hohen Symbolwert, vor allem für Entwicklungsländer. Sie pochen darauf, dass die Industrieländer weiter zu ihrer Verantwortung für den Klimawandels stehen. Außerdem schafft Kyoto die Struktur für die große künftige Klimaschutz-Vereinbarung. Sie soll auch die USA und China einbinden. Aber darüber redet der Gipfel nur am Rande.

Die Verhandlungen sind nicht ausgewogen, sagt denn auch EU-Unterhändler Arthur Runge-Metzger: "Das kann sicherlich nicht das Ziel dieser Konferenz sein, dass man nur auf einem Gebiet vorangeht. Wir müssen auch sicherstellen, dass die nächste Verhandlungsrunde einen ordentlichen Anschub bekommt."

Umweltaktivisten demonstrieren in Doha gegen den Klimawandel.
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"Stoppt den Klimawandel" fordern diese Demonstranten anlässslich der Klimakonferenz in Doha, ...

Umweltaktivisten demonstrieren in Doha gegen den Klimawandel.
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... andere fordern die arabischen Staaten auf, eine führende Rolle dabei zu übernehmen.

"Der Wille scheint im Moment nicht da zu sein"

Von Schub kann in Doha keine Rede sein, sagt dagegen Ann-Kathrin Schneider vom BUND: "Die Ressourcen und der Wille scheinen im Moment nicht richtig da zu sein, über dieses zukünftige Klimaabkommen, das ja eigentlich im Jahr 2015 stehen soll, zu sprechen und da die Details zu verhandeln, sondern im Moment ist noch ganz viel Energie bei der Frage: Wie genau soll die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls aussehen?" Zum Beispiel ist offen, wie lang diese zweite Verpflichtungsperiode gelten soll: fünf oder acht Jahre? Außerdem umstritten: Können Kyoto-Staaten Emissionsgutschriften aus der ersten Runde mit in die zweite nehmen? Falls ja, müssten sie sich kaum noch anstrengen.

Umweltschützer kritisieren, dass sich die EU sowieso nicht viel vorgenommen hat. Umso aufmerksamer haben Umweltschützer in Doha ein Fernsehinterview des Bundesumweltministers verfolgt. Darin hatte Peter Altmaier erklärt, die EU könne ohne Polen mehr tun. Polen blockiert derzeit ehrgeizigere EU-Ziele. Altmaier kommt Mitte kommender Woche zum Gipfel. Die Erwartungen an seinen Auftritt in Doha sind jetzt noch gestiegen.

NDR Info: Dieser Beitrag lief am 05. Dezember 2012 um 15:38 Uhr auf NDR Info.

Stand: 01.12.2012 13:46 Uhr

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