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Vor der Parlamentswahl in Italien
Berlusconi setzt zur Aufholjagd an
Rückkehr des "Cavaliere"? Italiens Ex-Premier Berlusconi könnte nach der Parlamentswahl am Monatsende doch wieder großen Einfluss auf die Politik nehmen. Er holt in Umfragen mächtig auf. Aber noch liegen die Sozialdemokraten vorn. Für Ministerpräsident Monti sieht es hingegen schlecht aus.
Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom
Alle Umfrageinstitute sehen die sozialdemokratische PD und deren Spitzenkandidaten Pierluigi Bersani klar vorne. In der von der Zeitung "La Repubblica" veröffentlichten Umfrage liegt das Mitte-Links-Bündnis bei 34,1 Prozent. Die Parteien, die Silvio Berlusconi unterstützen, kommen demnach auf 28,6 Prozent. Vor zwei Wochen war der Abstand noch doppelt so groß.
Berlusconi holt auf und dafür machen die Demoskopen zwei Faktoren verantwortlich. Der Vorschlag Berlusconis, die Immobiliensteuer abzuschaffen und zurückzuerstatten, hat ihm offenbar in der Wählergunst zwei Prozentpunkte beschert. Auf der anderen Seite schadet der Finanzskandal um die Bank Monte dei Paschi vor allem den Sozialdemokraten, weil die traditionell einen starken Einfluss auf die Geschäfte der Bank in Siena hatten.
Abgeschlagen bei etwa 15 Prozent sehen die Wahlforscher Ministerpräsident Mario Monti. Der hat schon seine Bereitschaft signalisiert, mit der PD zu koalieren, sollte diese sich deutlich nach links abgrenzen. Die Protestpartei "5 Sterne" des Komikers Beppe Grillo könnte bei ihren ersten Wahlen ebenfalls etwa 15 Prozent erhalten.
Italien: Berlusconi legt bei letzter Umfrage vor Wahlen zu
T. Kleinjung, BR Rom
08.02.2013 11:44 Uhr
Unberechenbarer Ausgang
Das italienische Wahlsystem sorgt für einen unberechenbaren Ausgang dieser Wahlen. Im Abgeordnetenhaus stellt die Siegerpartei dank eines Bonus die Mehrheit. Der Senat allerdings wird nach Regionalproporz zusammengestellt. Hier bekämen die Sozialdemokraten aktuell auch in einer Koalition mit Monti nicht die Mehrheit.
Die Unsicherheit über die politische Zukunft Italiens nach den Wahlen ist auch auf den Finanzmärkten deutlich zu spüren. Die Zinsen auf italienische Staatsanleihen steigen wieder.
Stand: 08.02.2013 11:52 Uhr
