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Angelus-Gebet

Das letzte Angelus-Gebet des Papstes

"Grazie, Padre"

Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte des Papstes: Zehntausende Gläubige waren dabei, als Benedikt XVI. zum letzten Mal das Angelus-Gebet sprach. Immer wieder wurde er vom Jubel der Menge unterbrochen: Auch wenn er sein Pontifikat niederlege, bedeute dies nicht, dass er sich von der Kirche abwende, sagte er.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Hörfunkstudio Rom

Petersplatz im Vatikan
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Zehntausende Gläubige waren zum letzten Angelus-Gebet des Papstes gekommen.

Benedikt XVI. wird nach seinem Rücktritt am kommenden Donnerstag keine öffentliche Person mehr sein. Er wolle sich zurückziehen, hat er gesagt, zum Gebet und zur Meditation, "nascosto dal mondo", versteckt vor der Welt. Und deshalb ist das Angelus für die, die heute hierher gekommen sind, eine wichtige Gelegenheit, um Abschied zu nehmen.

"Große Dankbarkeit und Zuneigung"

Luisa hat ein Plakat mitgebracht, auf dem "Grazie, Padre" steht. Sie bringt das auf den Punkt, was viele Menschen hier und heute bewegt: "Wir wollen dem Papst heute unsere große Dankbarkeit zeigen und unsere Zuneigung. Aber auch, dass es uns leid tut. Aber wir sind hier bei ihm und wir akzeptieren in Liebe seine Entscheidung, die ganz sicher der Wille Gottes ist."

Letztes Angelus-Gebet von Papst Benedikt XVI.
J.-C. Kitzler, ARD Rom
24.02.2013 14:04 Uhr

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Auch wenn das das letzte Angelus-Gebet für Benedikt XVI. auf dem Petersplatz ist: Es gibt keine Änderungen im Programm. Alles ist wie fast jeden Sonntag: Um Punkt 12 öffnet sich das Fenster im Apostolischen Palast im dritten Stockwerk, dort, wo die Papstwohnung ist.

Immer wieder vom Jubel unterbrochen

Benedikt XVI. spach über die Fastenzeit. Gestern erst waren die Fastenexerzitien im Vatikan zuende gegangen. Für den Papst waren das Tage der Einkehr ohne öffentliche Termine. Und er machte keinen Hehl daraus, dass er diese Tage, mit seinem baldigen Rücktritt vor Augen, besonders intensiv erlebt hat: Dabei wurde er immer wieder vom Jubel unterbrochen: "Gott ruft mich, um "auf den Berg zu steigen, damit ich mich noch mehr dem Gebet und der Meditation widme. Aber das heißt nicht, daß ich die Kirche alleine lasse. Im Gegenteil: "Wenn Gott das von mir möchte, dann gerade damit ich ihm weiterhin dienen kann. Mit der Hingabe und Liebe, mit der ich das bisher versucht habe. Aber auf eine Art, die besser zu meinem Alter und zu meinen Kräften paßt."  

Unten auf dem Petersplatz wurden Plakate hochgehalten mit Dankesbotschaften:"Lieber Papst, Du wirst uns fehlen."

Stichwort

Das Angelus-Gebet wird in der katholischen Kirche dreimal am Tag - morgens, mittags und abends - gesprochen. Angelus ist das lateinische Wort für Engel. Das Gebet erinnert daran, wie der Erzengel Gabriel Maria die Geburt Jesu verkündigte, und fasst das Leben Jesu ganz kurz zusammen. Die heutige Form des Angelus wurde 1571 von Papst Pius V. eingeführt.

Der Papst betet das Angelus jeden Sonntag um 12.00 Uhr vom Fenster seines Arbeitszimmers aus mit allen Pilgern auf dem Petersplatz. Danach hält er eine kurze Ansprache und erteilt den päpstlichen Segen.

Ein Danke auf deutsch

Pilger und Gruppen aus vielen Ländern sind hier. An sie richtete Benedikt XVI. Grüße in sieben Sprachen, auch in seiner Muttersprache: "Ein herzliches "Grüß Gott" sage ich allen Pilgern und Gästen deutscher Sprache. Allen danke ich für die vielen Zeiten der Nähe und der Zuneigung, vor allem für das Gebet, dass ich in dieser Zeit besonders empfangen habe. Der Herr stärke uns alle mit seinem Wort und seiner Gnade."

Benedikt XVI. spricht letztes Angelus-Gebet seiner Amtszeit
tagesschau 16:15 Uhr, 24.02.2013, Susanne Hornberger, ARD Vatikan

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Hoffnung auf Änderung

Viel Verständnis gab es bei den Gläubigen für die Entscheidung des Papstes, und viel Vertrauen. Aber vielen ist auch klar, dass nach dem ersten Rücktritt eines Papstes in der Neuzeit, sich einiges ändern könnte. Loredana ist der Meinung, dass Benedikt für diesen Wandel steht: "Das ist ein Moment der großen Erneuerung. Die Kirche muss mit der Zeit gehen, ohne aber Kompromisse einzugehen. Die Werte müssen klar sein, und ebenso Liebe und Toleranz. Aber Benedikt XVI. ist der Papst der neuen Kirche. Das ist also kein Abschied, das ist ein "Danke!"

Die letzte Gelegenheit zum Danke sagen, gibt es für die Gläubigen am kommenden Mittwoch bei der letzten Generalaudienz. Auch dazu werden wieder über 100.000 Besucher erwartet.

Am Donnerstagnachmittag fliegt der Papst dann in die Sommerresidenz der Päpste nach Castelgandolfo, wo er in den kommenden Wochen leben wird. Am 28. Februar, 20.00 Uhr, ist der Stuhl Petri dann offiziell vakant, und die Kardinäle bereiten sich vor auf die Wahl des neuen Papstes.

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Stand: 24.02.2013 14:06 Uhr

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