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Es ist eine der größten Militäroperationen seit dem Einmarsch der alliierten Truppen in Afghanistan: Tausende US-Soldaten gehen seit Donnerstagmorgen in der Provinz Helmand im Süden des Landes gegen die radikal-islamischen Taliban vor.
Von Sabina Matthay, ARD-Hörfunkstudio Südasien
4000 amerikanische Marineinfanteristen und 650 afghanische Soldaten sind an "Operation Khanjar" beteiligt. Sie sollen den Taliban die Kontrolle über die Provinz Helmand abnehmen.
Die Aufständischen beherrschen dort den Schlafmohnanbau und Opiumschmuggel - wichtige Geldquellen des radikalislamischen Aufstands in Afghanistan.
[Bildunterschrift: US-Soldaten während der Offensive in Helmand ]
Die Provinz gilt als eine der gefährlichsten des Landes. Großbritannien, das die Internationale Schutztruppe (ISAF) im Süden Afghanistans führt, hat bis heute 169 Soldaten am Hindukusch verloren, die meisten in Helmand.
Dort gelingt es den radikalislamischen Aufständischen immer wieder, die Briten in Hinterhalte zu locken, in Gefechte zu verwickeln und sie mit Sprengsätzen und Granaten anzugreifen.
Weil die Briten nicht über ausreichende Truppen verfügen, um gegen die Militanten und deren Verstecke vorzugehen, setzen sie meist auf Lufteinsätze. Das gefährdet jedoch Zivilisten, deshalb hat diese Strategie zu Spannungen mit der Bevölkerung der Provinz geführt.
"Operation Khanjar" stellt nun den bisher größten Vorstoß der gerade aufgestockten amerikanischen Truppen am Hindukusch dar. Beobachter sprechen vom größten Einsatz der Marines seit Vietnam. Anders als nach vorangegangenen Operationen sollen sie nach der Vertreibung der Taliban auch Stützpunkte in solchen Teilen Helmands errichten, in denen ISAF und afghanische Truppen bisher nicht ständig präsent sein konnten.
So soll das erneute Einsickern der Aufständischen verhindert werden. Die Marines sollen die Provinz flächendeckend sichern, um auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen im August die Stabilität in der Region langfristig herzustellen.
Die schiere Anzahl der Soldaten macht das möglich. In den vergangenen beiden Monaten haben die USA etwa 8500 Marineinfanteristen nach Helmand entsandt. Sie sind Teil der ingesamt 21.000 amerikanische Soldaten umfassenden Aufstockung der US-Truppen für Afghanistan.
Damit stellen die Vereinigten Staaten nun fast die Hälfte der ISAF - etwa 17.000 Amerikaner werden außerdem im Rahmen der Anti-Terror-Mission Operation Enduring Freedom in dem Land eingesetzt. Gerade hat der neue US-Botschafter bei der NATO an die europäischen Verbündeten appelliert, ihr militärisches und finanzielles Engagement in Afghanistan zu verstärken.
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