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Nach Koran-Verbrennung in Afghanistan

Autobomber richtet Blutbad an Flughafen an

Die Gewalt nach der Verbrennung von Koran-Ausgaben in Afghanistan setzt sich fort. In Dschalalabad zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe am Flughafen und riss mindestens neun Menschen mit in den Tod. Die Taliban bekannten sich per E-Mail zu der Bluttat.

Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Neu-Delhi

Der Selbstmordattentäter rammte seine Autobombe in einen Zugang zum Flughafen Dschalalabad, bestätigte der Sprecher des afghanischen Innenministeriums dem ARD-Hörfunkstudio Südasien. Der Attentäter habe mindestens sechs Zivilisten, einen afghanischen Soldaten und zwei afghanische Wachmänner mit in den Tod gerissen und viele weitere Menschen verletzt.

Tödlicher Anschlag an Flughafen im Osten Afghanistans
S. Petersmann, ARD Neu-Dehli
27.02.2012 11:11 Uhr

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Flughafen auch zivil genutzt

Afghanische Soldaten sichern mit Waffen den Flughafen von Dschalalabad.
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Gewehr im Anschlag: Afghanische Soldaten sichern den Flughafen von Dschalalabad.

Dschalalabad ist die Hauptstadt der ostafghanischen Provinz Nangahar, die an das Nachbarland Pakistan grenzt. In dieser Provinz sind fast ausschließlich US-Einheiten der internationalen Schutztruppe stationiert. Der Flughafen wird zivil und militärisch genutzt.

Die Taliban bekannten sich unmittelbar nach der tödlichen Explosion per E-Mail zu der Tat. Demnach ist auch dieser Angriff eine Vergeltungstat für die Verbrennung mehrerer Koran-Ausgaben durch US-Soldaten vor einer Woche.

Mehr als 30 Menschen starben bei Protesten

Ein Verletzter des Sebstmordanschlags am Flughafen von Dschalalabad wird in einem Krankenhaus betreut.
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Bei dem Anschlag auf den Flughafen wurden vor allem Zivilisten verletzt.

Afghanistan erlebt Tage des Zorns, und es scheint, als wolle die Welle der Gewalt einfach nicht abebben. Mehr als 30 Menschen sind seit dem Ausbruch der blutigen Proteste ums Leben gekommen: vier US-Soldaten, die von afghanischen Sicherheitskräften erschossen wurden, aber vor allem Demonstranten.

Am Sonntag, dem sechsten Tag der Proteste, hatte sich der afghanische Präsident Hamid Karzai in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung gewandt und eindringlich zur Ruhe aufgerufen. Es dürfe den Feinden des Friedens nicht erlaubt werden, die legitimen Gefühle des afghanischen Volkes auszunutzen, so Karzai. Richtung USA forderte er, alle Soldaten zu bestrafen, die an der Koran-Verbrennung beteiligt waren.

Nach der NATO und den USA zogen inzwischen auch große Geberländer wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich ihre zivilen Berater aus afghanischen Institutionen ab. Hauptauslöser für diesen Rückzug sind die tödlichen Schüsse auf zwei amerikanische Militärberater im afghanischen Innenministerium am Samstag. Als Täter verdächtigt wird ein 25-jähriger afghanischer Geheimdienstoffizier, der auf der Flucht ist.

Stand: 27.02.2012 12:22 Uhr

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