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16.05.2012

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Ausland
Nach Krawallen Aufruf zur Einheit in Ägypten
Nach den schweren Krawallen

Aufruf zur Einheit in Ägypten

Die Lage bleibt angespannt: Tausende Demonstranten verbrachten die Nacht auf dem Tahrir-Platz im Zentrum von Kairo. Sie wollen so nach den neuen schweren Zusammenstößen mit sechs Toten weiter Druck auf den regierenden Obersten Militärrat machen. Der rief die Ägypter zur Einheit auf.

Von Hans Michael Ehl, ARD-Hörfunkstudio Kairo

In den frühen Morgenstunden hat sich die Lage in Kairo etwas beruhigt. Einige Tausend Demonstranten haben die Nacht allerdings auf dem Tahrir-Platz im Zentrum verbracht, um weiter Druck zu machen auf den regierenden Obersten Militärrat.

Nach den schweren Krawallen der vergangenen Tage ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens sechs gestiegen. Mehr als 1500 wurden verletzt. Unter den Toten soll auch ein Sicherheitsbeamter sein, der gestern seinen Verletzungen erlag, nachdem er von einem Militärfahrzeug angefahren worden war.

Die Sicherheitskräfte waren in Kairo mit Tränengas, Gummigeschossen und Schrotkugeln gegen Demonstranten vorgegangen, die seit zwei Tagen versuchten, das Innenministerium zu stürmen. Mehrere Versuche, zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten zu vermitteln, scheiterten. Angeblich soll die Polizei nicht mit dem Tränengasbeschuss ausgesetzt haben, während Abgeordnete des neuen Parlaments mit den Demonstranten verhandelten.

Generäle: Gefährlichste und wichtigste Phase Ägyptens

Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei erklärte, es sei ein Verbrechen an der Nation, dass die Sicherheitsbehörden nach dem Beginn der Revolution vor einem Jahr nicht schneller reformiert wurden. Der regierende Oberste Militärrat rief die Ägypter zur Einheit auf. Dies sei die gefährlichste und wichtigste Phase in der Geschichte Ägyptens, ließen die Generäle vermelden.

Audio: Tote und Verletzte nach Zusammenstößen in Kairo

AudioHans Michael Ehl, ARD-Hörfunkstudio Kairo 04.02.2012 10:25 | 1'58
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Die Gewalt hatte sich entzündet, nachdem Sicherheitskräfte am Mittwoch bei Ausschreitungen zwischen Fußballfans in Port Said nicht entschieden eingriffen. Viele werfen Vertretern des Mubarak-Regimes vor, die Gewalt angezettelt zu haben, um die eigene Machtposition zu sichern. Mehr als 70 Menschen wurden bei den Ereignissen am so genannten "Schwarzen Mittwoch" getötet.

Die Sicherheitslage in Ägypten bleibt zudem weiter angespannt. Gestern haben Bewaffnete eine Polizeistation in einem Vorort von Kairo gestürmt und Gefangene befreit. Zwei US-Touristinnen und ihr ägyptischer Reiseführer, die auf dem Sinai entführt wurden, kamen nach wenigen Stunden frei.

Stand: 04.02.2012 07:36 Uhr
 

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